Wie funktioniert das mit dem Internet & WordPress?

Stellen wir uns folgendes vor: Sie sitzen vor Ihrem Rechner oder Notebook und rufen eine Webadresse auf. Zum Beispiel die zu dieser Website: https://philippkuhlmann.de. Was passiert im Hintergrund – woher weiß der Browser, welche Texte und Bilder er anzeigen soll?

Wie kommen die Daten ins Browser-Fenster?

Sobald Sie die Eingabe-Taste (oder auch Enter- / Return-Taste) gedrückt haben, wird die eingegebene Adresse an Ihren Internetdienstleister (Telekom, Kabel BW, 1und1 o. a.) weitergereicht. Dasselbe gilt natürlich auch für den Aufruf einer Website mit dem Smartphone. Dort wird Ihr Mobilfunk-Anbieter wie T-Mobil, O2, Vodafone o. a. den Vorgang einleiten.

Dieser verfügt über einen sogenannten Domain-Name-Service (DNS). Man kann sich das als großes Adressbuch vorstellen, in denen Websitenamen (wie philippkuhlmann.de) mit einer Internetadresse verknüpft sind. An diese Internetadresse wird unsere Anfrage geleitet.

Unsere Anfrage besteht darin, die Startseite von philippkuhlmann.de anzuzeigen. Die damit verknüpfte Internetadresse ist aber nicht eine Hausanschrift, sondern ein Server (ein Rechner mit einem Betriebssystem speziell für Webserver-Zwecke), der mir von einem Dienstleister (1und1 und Strato sind bekannte) zur Verfügung gestellt worden ist. Auf diesen Server habe ich je nach gebuchtem Paket, bestimmte Zugriffsmöglichkeiten.

In diesem Fall habe ich dort ein WordPress-System beim Anbieter WebGo hinterlegt, welches automatisch die definierte Startseite anzeigt.

Wie kommt der Inhalt einer Website in den Browser?
Schematischer Ablauf eines Aufrufs der Website philippkuhlmann.de

Anmerkung:
Normalerweise teilen sich heute mehrere Webadressen einen Server-Rechner. Das heißt sie sind alle unter der gleichen Internet-Adresse erreichbar. Man kann dies mit einer Haus-Adresse vergleichen, in der mehrere Mietparteien wohnen. Möchte man eine Adresse nur für sich, wird es – wie beim Wohnen auch – teurer.

Nun wissen wir, dass die Daten einer Website auf einem Webserver bei einem Dienstleister liegen – doch normalerweise befinden sich Daten ja auch in Dateien (wie ein Text in einer Word-Datei).

Ist https://philippkuhlmann.de nun eine Datei?

Nein, dies ist nur die Webadresse, auch Domain genannt. Die Dateien haben Endungen (wie in Word docx), im Web lauten diese meistens html, htm oder php. Es gibt natürlich noch andere, doch diese hier sind die häufigsten.

Wenn wir eine Webadresse aufrufen wird automatisch eine Datei mit dem Namen index.php geöffnet. In der Praxis ist es also vollkommen egal, ob wir https://philippkuhlmann.de oder http://meine-erste-website-mit-WordPress.de/index.php in die Browseradressleiste eintragen. Doch ohne index.php ist es kürzer und außerdem können wir von unseren Besuchern ja nicht erwarten, dass Sie von dem Dateinamen index.php wissen.

Dateien auf dem Webserver
index.php als Start-Dokument

Anmerkung:
Der Name „index“ ist übrigens vorgegeben. Ich kann also nicht einfach start.php oder anfang.html als Datei für die Startseite benutzen; index ist Pflicht.
Manchmal gibt es noch Server, die mit default statt index arbeiten. Das ist aber eine Ausnahme.

Ok, index.php oder index.html ist verantwortlich für die Startseite, doch wofür steht php und html?

Die Datei-Endungen zeigen auf, um welche Inhalte es sich handelt bzw. in welcher Programmiersprache der Code geschrieben worden ist. HTML steht für Hypertext Markup Language und ist die klassische Sprache für Webseiten. PHP ist etwas jünger und ist in der Lage, dynamische Inhalte zu erzeugen. Zum Beispiel kann man damit Formulare programmieren oder Inhalte aus einer Datenbank abrufen.

In unserer WordPress-Installation kommen die Inhalte aus einer Datenbank, daher werden wir ausschließlich php-Dateien erzeugen. Doch keine Angst – wir müssen das nicht von Hand machen oder den Code dafür schreiben. Das macht WordPress automatisch für uns.

Übrigens die Begriffe Webseite, Homepage und Website werden gerne verwechselt bzw. in einen Topf geworfen. Dabei hat jeder Begriff eine andere Bedeutung:

Webseite: Ist eine einzelne Webseite (als Teil eines gesamten Webauftritts)

Website: Der gesamte Inhalt eines Webauftritts, also alle Seiten die über die Navigation und interne Links abrufbar ist (engl. site = Inhalt)

Homepage: Dieser Begriff ist eigentlich antiquiert, weil er aus der Zeit stammt, wo es nur eine einzige Webseite gab: die Startseite. Diese wurde damals Homepage genannt und war mit allen Inhalten gefüllt. Erst später gab es Hyperlinks mit denen man zwischen verschiedenen Seiten wechseln konnte und die Website wurde ins Leben gerufen.

Und wie war es früher, ohne WordPress?

Früher hat man html-Dateien erzeugt und diese auf den Webserver hochgeladen. Diesen Schritt möchte ich hier nicht auslassen, weil wir später – insbesondere bei Problemen mit WordPress – auch mal direkt auf die Dateien auf unserem Webserver zugreifen müssen.

Dieser Vorgang wird mit einem FTP-Programm erledigt. FTP steht für File-Transfer-Protocol. Es ist extra dafür erschaffen worden, Dateien (Files) über das Web zu transferieren (Transfer).

Hier eine Liste der bekanntesten FTP-Programme:

Wer Dreamweaver von Adobe besitzt kann auch dieses Programm benutzen. Es hat eine FTP-Funktion integriert (unter „Fenster“ – „Dateien“ abrufbar).

Also gut, Sie haben ein FTP-Programm installiert und werden nun mit verschiedenen Feldern konfrontiert. Die wichtigsten lauten:

  • Wie ist der FTP-Server-Name oder die FTP-Adresse,
  • wie lautet der Benutzername und
  • das Kennwort?

Diese Angaben erhalten Sie von Ihrem Hoster.

Ach – und was ist denn nun ein Hoster?

Das Hosting und die Domainreservierung

Wenn wir im Internet eine Website erstellen wollen, benötigen wir zwei Dinge: Eine Webadresse und Speicherplatz für unsere Dateien und Daten. Die Webadresse (Domain) kann man über 1und1, Strato, HostEurope oder viele andere Firmen reservieren bzw. erwerben. Nach dem Kauf, gehört einem zwar die Adresse, aber man kann noch lange nicht Daten dort bereitstellen. Man benötigt auch noch das sogenannte Hosting.

Normalerweise wird bei den meisten Anbietern beides zusammen angeboten. Denn wer möchte nur die Adresse ohne die Möglichkeit Inhalte darauf bereitzustellen? Das ist nur für Domainhändler interessant. Diese kaufen möglichst viele Webadressen zu einem bestimmten Thema, um sie dann später an Interessenten zu verkaufen, die die Adresse unbedingt haben wollen.

Wenn wir also mit einer Website beginnen, werden wir eine Domain reservieren und ein Hosting dazu buchen. Die Domain kostet übrigens nicht einmalig Geld, sondern wird jedes Jahr neu berechnet. Das sind Gebühren für das Vorhalten des Domain-Namens inklusive der Endung (.de, .com, .net usw.).

Übrigens: Die Kosten für die Endungen variieren stark. Am günstigsten ist für deutsche Kunden die .de-Endung. Mittlerweile können für manche Top-Level-Domains (so nennt man diese Endungen in Fachkreisen) bis zu 10,- Euro pro Monat fällig werden.

Welche Domain man am besten beantragt, das klären wir in einem späteren Abschnitt. Hier geht es erstmal nur um die Theorie.

Das FTP-Programm

Also gut, wir haben eine Domain samt Hosting gebucht und erhalten dann (normalerweise) alle oben geforderten Daten (FTP-Adresse, Benutzername und Kennwort). Mit diesen Informationen kann man sich im FTP-Programm auf dem Webserver anmelden.

Mittlerweile hat es sich übrigens durchgesetzt, Verbindungen zum Server nur noch über SFTP einzuleiten. Das S steht für „Secure“ und sorgt dafür, dass die Daten verschlüsselt werden. In der Verbindungsauswahl des Programmes also unbedingt von FTP auf SFTP umschalten. Auch Ihr Hoster sollte vorrangig SFTP anbieten.

FTP-Programm Übersicht nach der Verbindung zum Server
Nach erfolgreicher Anmeldung erscheint eine Übersicht der Dateien. Links auf dem Server – rechts auf dem eigenen Rechner (dies kann je nach Programm und Einstellung auch anderherum sein)

Im Grunde genommen ist dieses Programm wie eine Dateiverwaltung. Wir haben auf der linken Seite die Daten auf dem Webserver und auf der rechten die lokalen Daten unserer eigenen Festplatte. Auf letzterer erstellen wir einen Ordner, in dem nur Dateien abgelegt werden, die wichtig für unsere Website sind. Dazu zählen aber keine Text-Dokumente, in denen unser Passwort abgelegt ist. Das bitte in einem separaten anderen Ordner für unser Webprojekt.

Ohne Einsatz eines CMS oder Blogsystems würde man also die Programmierung der HTML- oder PHP-Dateien auf dem lokalen Rechner erledigen und anschließend über FTP auf den Server laden.

Mit WordPress sind diese Schritte nicht mehr nötig. Man arbeitet über das sogenannte Backend direkt auf dem Server.

Anmerkung:
Da wir eine WordPress-Site erstellen werden, wird der lokale Ordner normalerweise leer sein, da die Installation von WordPress über den Hosting-Anbieter online erfolgen wird. In Ausnahmefälle (oder als technisch versierter Anwender) kann man natürlich WordPress auch am eigenen Rechner installieren und einrichten. Diese Installation ist dann aber nicht über Internet erreichbar oder mit einem Domain-Namen verknüpft.

Später können wir dann mit dem FTP-Programm unsere Installation von WordPress auf dem Server betrachten und manuell Dateien hoch- und runterladen. Normalerweise werden Dateien von WordPress automatisch geladen, doch manchmal kommt es vor, dass ein Ladevorgang nicht funktioniert oder eine bestimmte Datei für das System zu groß ist. Da benötigen wir dann den Zugang über FTP.

Fazit

Um eine WordPress-Site oder eine normale Website zu erstellen und zu pflegen, benötigt man eine Domain, ein Hosting und die Zugangsdaten für den Webserver. Wenn dies alles vorliegt, kann man mit der Erstellung der Website beginnen. Man kann es also mit dem Legen eines Fundaments im Bau vergleichen. Welche Vorarbeiten noch erforderlich sind, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

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