Wer bei einem Webprojekt mit mehrsprachigen Inhalten arbeitet, steigert die Zahl von Lesern und bei kommerziellen Projekten von potenziellen Kunden oftmals deutlich. Allerdings steigt ebenso der  Verwaltungsaufwand, weil die Übersetzungen organisiert werden müssen und das nicht einmalig, sondern bei einem stetig aktualisierten Projekt dauerhaft. Insbesondere bei großen Webprojekten kann auch der Verwaltungsaufwand riesig groß werden. Die Arbeit lohnt sich jedoch oft, sofern sie effizient durchgeführt wird. Deutlich mehr Effizienz bringen Schnittstellen (API), die das eigene Content-Management-System (CMS) mit dem eines Übersetzungsbüros verbinden. Mit einem einzigen Mausklick schickt man Content dann zur Übersetzung und ebenso einfach kommt der übersetzte Content wieder zurück.

Die optimale Organisation von Übersetzungsaufgaben


Insbesondere bei größeren mehrsprachigen Webprojekten umfasst die Menge zu übersetzender Texte schnell einmal mehrere 10.000 Wörter pro Monat. Einen Weg zu nutzen, um hier den Arbeitsaufwand zu senken, kann auch investierte Zeit und Kosten immens reduzieren. Durch ein API ( Application Programming Interface) eine schnelle und direkte Verbindung zu einem Übersetzungsbüro zu schaffen, ist solch ein Weg. Passende Schnittstellen lassen sich in Content-Management-Systeme wie Drupal, FatWire, Joomla und WordPress integrieren. Möglich wird das durch Plugins, durch die Content auf einfachste Weise zum Übersetzer gelangt. Tatsächlich reicht nach dem Installieren des Plugins fortan ein Mausklick zum Übersenden des jeweiligen Inhalts an die Übersetzer aus, was Mehrsprachigkeit bei sehr unterschiedlichen Projekten vereinfacht:

  • bei großen Onlineshops mit mehreren 1.000 Produkten, für die jeweils Produktbeschreibungen existieren und die regelmäßig durch neue Produkte ergänzt werden, für die dann wiederum neue übersetzte Texte benötigt werden.
  • bei großen Infoportalen, die stetig mehrsprachige Informationen zu einem von ihnen definierten Themenbereich veröffentlichen.
  • bei Blogs international agierender Unternehmen, die unter anderem als Instrument zur Kundenbindung und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.

All das sind Projekte mit einem dauerhaft hohen Übersetzungsbedarf, für die sich die Integration einer Schnittstelle mit direkter Verbindung zu einem Übersetzungsbüro oftmals lohnt. Ist der Übersetzungsbedarf eher gering, sodass etwa nur alle paar Monate einmal Übersetzungen benötigt werden, sind traditionelle Wege der Textübermittlung dagegen völlig ausreichend.

Wichtig ist auch Flexibilität beim Service

Die Anforderungen an Übersetzungsarbeit sind bei unterschiedlichen Inhalten unterschiedlich hoch. Während beispielsweise an die Übersetzung von Website-Texten höchste Qualitätsanforderungen gestellt werden sollten, mag bei manchen von Nutzern generierten Inhalten auf der Website eine etwas gröbere (und preisgünstigere) Übersetzung ausreichen, durch die der fremdsprachige Inhalt auch dann verständlich wird, wenn man die fremde Sprache nicht beherrscht. Schließlich muss man zumindest ungefähr wissen, was die Nutzer an Kommentaren hinterlassen, um beurteilen zu können, ob man den jeweiligen Kommentar veröffentlicht oder verwirft.

Große Übersetzungsbüros bieten hierfür auch die Möglichkeit einer maschinellen Übersetzung an, wobei die genutzte Technik weit über das hinausgeht, was kostenfrei im Internet verfügbar ist. Tatsächlich kann die Maschine Vorteile wie Zeitersparnis und geringere Kosten bei geringeren Anforderungen an die Übersetzung voll ausspielen. Ein gutes Plugin für die direkte Verbindung zu Übersetzungsbüros sollten den Betreibern von Webprojekten deshalb auch die Chance geben, bei der Übermittlung die gewünschte Qualitätsstufe der Übersetzungen auszuwählen, wobei natürlich gilt: Mehr Qualität = höherer Preis. Auf diese Weise werden flexible Entscheidungen möglich, welche Übersetzung wann angefordert wird.

Nicht nur auf die API kommt es an

Schnittstellen durch Plugins für einen deutlich verringerten Zeitaufwand bei der Organisation von Übersetzungsaufgaben sind ein sehr nützliches Instrument, das der effizienten Verwaltung mehrsprachiger Webprojekte dient. Wenn Übersetzungsbüros so etwas anbieten, spricht das für sie. Allerdings sollte solch ein Angebot nur ein Kriterium bei der Auswahl des passenden Übersetzungsbüros sein. Das mit Abstand wichtigste Kriterium bleibt die Fähigkeit der für das Übersetzungsbüro arbeitenden Übersetzer, Inhalte korrekt und so in die gewünschte Sprache zu übersetzen, dass die jeweils zu übermittelnde Botschaft und/oder Information erhalten bleibt.

Das bedeutet etwa, dass Übersetzer für Fachportale (z.B. Jura oder Medizin) auch die jeweiligen Fachbegriffe in der Zielsprache kennen sollten. Es bedeutet, dass Übersetzer werbender Botschaften zumindest grundlegende Marketingkenntnisse besitzen und gegebenenfalls auch darauf hinweisen können, wenn eine Werbebotschaft in einem anderen Land aufgrund einer dort vorherrschenden anderen Kultur nicht gut ankommt. Kurzum: Man sollte als Auftraggeber wissen, dass das ausgewählte Übersetzungsbüro Aufgaben so erfüllt, dass sich die mit ihnen und den zu übersetzenden Texten verbunden Ziele erreichen lassen. Ist das gegeben, lohnt sich die direktere Verbindung zu diesem (Übersetzungs-)Partner über eine Schnittstelle bei hohem Übersetzungsbedarf auf jeden Fall.

Über den Autor:  ist der Gründer von Lingo24, einem Übersetzungsunternehmen, das professionelle Übersetzungen anbietet. Folge Christian auf Twitter unter @l24de